Interclubmeeting
Soroptimists / BPW und Zontians

Einladung ins Schloss Tarasp

Zu beachten: 

Der Fussmarsch vom Parkplatz Sparsels bis zum Haupttor dauert ca. 15 Minuten.

Anmeldung bis 13. August ……

Kosten für Führung und Apèro: 40 CHF / Person

 

Zur Geschichte vom Schloss Tarasp

Kaum eine andere Burganlage unseres Landes beherrscht eine Landschaft so markant wie das mächtige Schloss Tarasp. Auf einem hundert Meter hohen Felsen erbaut, wacht die Festung über die Weiler am Fusse des Schlosshügels, und im Taraspersee spiegeln sich die weissen Mauern.

In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts nahmen hier die Herren von Tarasp Wohnsitz, die aus der Gegend des Comer Sees ins Engadin gezogen waren. Im Jahre 1239 gelangte die Festung an die Grafen von Tirol. Da das Unterengadin zum Bistum Chur gehörte, folgten verschiedene heftige Auseinandersetzungen zwischen den Tiroler Grafen, den Bündnern und den Bischöfen von Chur um den Besitz der Burg und um die Vormacht im Unterengadin. Ab 1464 war Tarasp eine österreichische Grafschaft. Noch heute prangt der Reichsadler am Palast und eine Schrift verkündet: «Hie Estereih». Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage auf ihren heutigen Umfang vergrössert und zur Grenzfestung ausgebaut.

1803 wurde Tarasp durch Napoleon der helvetischen Republik zugeschlagen. Der junge Kanton Graubünden hatte jedoch für die schlecht unterhaltene Burganlage weder Geld noch eine vernünftige Verwendung und verkaufte Tarasp 1829 für keine fünfhundert Franken an einen Privatmann aus Scuol. Tarasp wechselte verschiedentlich den Besitzer und wurde in den folgenden Jahrzehnten komplett geplündert. Fuderweise führte man Möbel und Täferungen weg und verkaufte sie im Kunsthandel. Die Wehrgänge und die hölzernen Vorbauten zerkleinerten die Dorfbewohner zu Brennholz. Trostlos stand das Schloss um 1900 da, dem Verfall preisgegeben.

Im Sommer 1900 reiste der Dresdner Industrielle Dr. Karl August Lingner zu einem Kuraufenthalt nach Tarasp. Er besuchte das Schloss und war über dessen Zustand entrüstet. Er kaufte die Anlage für 20'000 Franken und entschloss sich, eine Gesamtrenovation vorzunehmen. Mit Prof. Rudolf Rahn machte Lingner den damals besten schweizerischen Burgenfachmann zu seinem Berater. So konnte die gesamte alte Bausubstanz erhalten werden. Leider war es Dr. Lingner nicht möglich, sein Schloss nach der Renovation zu bewohnen. Als alles zu seinem feierlichen Empfang bereit war, verstarb Dr. Lingner unerwartet am 5. Juni 1916.

Testamentarisch vermachte Lingner das Schloss dem letzten König Friedrich August III. des Königreichs Sachsen. Dieser lehnte jedoch das Legat ab, worauf das Erbe dem kunstsinnigen Freund von Lingner, Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen zufiel. Ernst Ludwig sowie sein Sohn Ludwig mit seiner Ehefrau Prinzessin Margaret haben dieses Schloss geliebt und jahrelang gepflegt. Nach dem Tod der Prinzessin 1997 übernahmen die Familie von Moritz von Hessen und dessen Kinder Mafalda, Heinrich Donatus, Elena und Philipp das Erbe und kümmerten sich weiterhin um den Unterhalt der Burganlage.

Mit der Unterzeichnung der Verträge am 30. März 2016 auf dem Grundbuchamt von Scuol ist der weltbekannte Engadiner Künstler Not Vital der neue Besitzer von Schloss Tarasp. Mit seinem grosszügigen Engagement wird er eine neue Ära in der über 1000jährigen bewegten Geschichte der Burg einläuten. Seine Vision, das Schloss Tarasp mit zeitgenössischer Kunst, einem Skulpturenpark und weiterhin öffentlich zugänglichem Raum zu einer Kulturattraktion von nationaler und internationaler Bedeutung zu entwickeln, stösst in der ganzen Region auf Begeisterung.

Lageplan: http://www.schloss-tarasp.ch/index.php?id=111

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Anlassdaten

Beginn/Ende 21.08.2018
Tag Dienstag
Zeit 18:00 - 22:00 Uhr
Ort Tarasp
Club Engiadina
Zonta